DJI Avinox E-Bikes im BIKE-TestFünf E-Mountainbikes mit DJI Avinox

Florentin Vesenbeckh

 · 23.03.2026

Das Steppenwolf Tundra will schlankes Design und volle Power zum fairen Preis verbinden.
Foto: Adrian Kaether
Der DJI Avinox E‑Bike‑Motor sorgt aktuell für viel Aufmerksamkeit. Doch wie gut schlagen sich E‑MTBs mit dem neuen Antrieb im Alltag? Wir haben die DJI‑Bikes aus unseren BIKE‑Tests systematisch analysiert und die zentralen Stärken, Schwächen und den idealen Einsatzbereich übersichtlich zusammengefasst – von Amflow über Steppenwolf bis Rotwild.

Themen in diesem Artikel

Unfassbar stark und dabei noch leichter und schlanker als die Konkurrenz: Damit hat der neue DJI-Motor die E-Bike-Branche aufgerüttelt. Der DJI Avinox M1 setzt eine neue Benchmark unter den kräftigen E-Motoren. Das findet natürlich gerade an E-Mountainbikes großen Anklang. Doch: Ein guter Motor macht noch kein gutes E-Mountainbike. Bei BIKE testen wir die Modelle ausführlich in Labor und Praxis.



Steppenwolf Tundra 10.0

Vor rund 25 Jahren waren Modelle wie Tundra oder Tycoon von Steppenwolf feste Größen im Mountainbike-Segment. Danach verschwand die Marke aus dem Münchener Umland über längere Zeit fast vollständig aus der Öffentlichkeit. Für das Modelljahr 2026 startet Steppenwolf nun neu – vor allem im Fahrwasser des stark gehypten E-Bike-Motors DJI Avinox.

Vollcarbonrahmen, schlanker Look und geringes Gewicht: Steppenwolf nutzt die Stärken des Avinox voll aus. Trotz nominell viel Federweg (160 mm vorne und hinten) ist das Bike eher ein klassisches Trail- und Tourenbike, als krasses E-Enduro. Fahrspaß kommt hier vor Nehmerqualitäten. Spannend: Mit identischem Rahmen und Antriebssystem gibt’s das Steppenwolf Tundra schon ab 5199 Euro.

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​Die Fakten

  • Motor: DJI Avinox M1, 120 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 800 Wh (fest verbaut)
  • Akkugewicht: 3785 g (BIKE-Messung)
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Federweg: 160/160 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Rahmengrößen: S, M, L
  • Gewicht: 21,8 kg (Testbike in Größe L, BIKE-Messung)
  • Max. Systemgewicht: 150 kg
  • Garantie: 2 Jahre
  • Preis: 7999 Euro

​Stärken

  • Leicht
  • Agiles, spaßiges Handling
  • Starke Kletter-Performance
  • Extrem starker Motor
  • Für 150 kg Systemgewicht freigegeben

Schwächen

  • Mäßige Heckfederung
  • Akku fest verbaut
  • Leichtes Motor-Rasseln auf dem Trail
  • Nur drei Größen

BIKE Fazit

Krasse DJI-Power gepaart mit schlankem Look und geringem Gewicht: Das Steppenwolf Tundra 10.0 kann als spaßiges Trailbike punkten. Enduro-Qualitäten darf man trotz viel Federweg aber nicht erwarten. Im harten Gelände kommt das Bike früh an seine Grenzen. Der fest verbaute Akku kann im Alltag und unterwegs einschränken.- Florentin Vesenbeckh, stv. Chefredakteur bei BIKE
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Amflow PL Carbon Pro

Das Amflow PL Carbon Pro war das erste Bike mit DJI Avinox überhaupt. Und es ist noch immer das mit Abstand leichteste Avinox-Bike, das wir in den Fingern hatten. Neben dem gewichtsoptimierten Chassis hat daran auch die leichte Ausstattung ihren Anteil.

Mit 600er-Akku bleibt das Amflow unter 20 Kilo, allein dieser Fakt macht das Bike durchaus besonders. Die Fahreigenschaften sind grundsolide und absolut ausgewogen.

Dieses E-Bike ist ein super Allrounder und macht auch Trails und schwere Bergtouren locker mit. Für den extremen Einsatz auf Trails und im Gelände gibt es aber bessere E-Mountainbikes.

Leicht bei krasser Power? Das macht kein Bike besser als das Amflow PL Carbon Pro.Foto: Max FuchsLeicht bei krasser Power? Das macht kein Bike besser als das Amflow PL Carbon Pro.

Die Fakten

  • Motor: DJI Avinox M1, 120 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 600 / 800 Wh (fest verbaut)
  • Akkugewicht: 2887 / 3784 g (BIKE-Messung)
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Federweg: 160/150 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll (optional 27,5 Zoll hinten)
  • Rahmengrößen: M, L, XL, XXL
  • Gewicht: 19,75 (600 Wh) / 20,63 (800 Wh) kg (Testbike in Größe L, BIKE-Messung)
  • Max. Systemgewicht: 145 kg
  • Garantie: 5 Jahre
  • Preis: 9799/9999 Euro

​Stärken

  • leicht, bei massig Reichweite
  • ausgewogenes Trail-Handling
  • überlegener Motor
  • Schnellladegerät

Schwächen

  • Akku fest verbaut
  • flacher Sitzwinkel, kompakte Geo
  • Kontrolle im extremen Uphill
  • Klappergeräusche
  • Kratzempfindlich

BIKE Fazit

Das Amflow PL Carbon will Light-Bike und Power-Bolide in einem sein. Und der Spagat gelingt erstaunlich gut! Es kommt zwar nicht an die Nehmerqualitäten der besten All Mountains und auch nicht an die Leichtfüßigkeit eines Light-Spezialisten heran. Doch alles dazwischen macht der Allrounder richtig stark. Herausragend ist das nie da gewesene Verhältnis aus Gewicht und Reichweite. Die Motor-Power bei gleichzeitig so sensibler Abstimmung ist phänomenal, das straffe Fahrwerk und die Geometrie sind eher nur Durschnitt. Trotzdem: Next Level! - Florentin Vesenbeckh, stv. Chefredakteur bei BIKE

Rotwild R.EX 900 Pro

Das R.EX DJI von Rotwild ist aktuell das einzige Avinox-Bike, das auf einen eigenen Akku setzt. Mit 864 Wattstunden ist dieser nicht nur größer als die klassischen DJI-Batterien, sondern auch in Sekunden auf Knopfdruck aus dem Bike herausnehmbar. Ein krasses Alleinstellungsmerkmal.

Der edle Carbon-Bolide ist ein klassisches All Mountain, das auf Touren und Trails punktet. Doch Achtung: Bei der High-End-Marke Rotwild geht’s erst bei 8990 Euro los. Unser Testbike ist das mittlere Modell für 9990 Euro.

In Sekunden lässt sich der große Akku herausnehmen - das Alleinstellungsmerkmal des Rotwild R.EX 900.Foto: Max FuchsIn Sekunden lässt sich der große Akku herausnehmen - das Alleinstellungsmerkmal des Rotwild R.EX 900.

Fakten

  • Motor: DJI Avinox M1, 120 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 864 Wh (entnehmbar)
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Federweg: 160/150 mm
  • Laufradgröße: 29/27,5 Zoll (Mullet)
  • Preis: 9990 Euro
  • Gewicht: 22,9 kg (Testbike in Größe L, BIKE-Messung)
  • Rahmengrößen: M - XL
  • Max. Systemgewicht: 130 kg
  • Garantie: 5 Jahre

Stärken

  • souveränes Fahrwerk
  • stimmig gewählte Ausstattung
  • top Reichweite und Wechsel-Akku

Schwächen

  • langes Sitzrohr und tiefe Front
  • hoher Preis

​BIKE-Fazit

Für sein schluckfreudiges Fahrwerk sahnt das Rotwild R.EX Pro Top-Noten ab. Die Geometrie mit tiefer Front und langem Sitzrohr beschneidet den Trailspaß für aktive Piloten aber unnötig. Auf Tour kann das Rad glänzen. Der leicht entnehmbare Akku ist im DJI-Kosmos ein bislang einzigartiger USP. - Laurin Lehner, BIKE-Redakteur

Megamo Reason CRB 01

Eine der großen Stärken des DJI Avinox zeigt sich auch am Megamo Reason: Dank schlankem Unterrohr und zurückhaltend integriertem Antriebsbereich wirkt das Bike optisch eher wie ein Light-E-MTB als wie ein kompromissloser Power-Bolide.

Auch beim Gewicht legt es nach: Unser Testbike in Größe L bringt 21,4 Kilogramm auf die Waage – ein sehr guter Wert für ein E-All-Mountain mit viel Federweg, 800-Wh-Akku und kräftigem Motor.

Dafür muss Megamo allerdings konsequent auf Leichtbau setzen: mit High-End-Ausstattung, zahlreichen Carbon-Komponenten und einer (zu) dünnen Reifenkarkasse. Der Preis für das Topmodell liegt bei 11.499 Euro.

Das Megamo Reason CRB ist ein schlanker Allrounder zwischen All Mountain und Enduro.Foto: Max FuchsDas Megamo Reason CRB ist ein schlanker Allrounder zwischen All Mountain und Enduro.

Die Fakten

  • Motor: DJI Avinox M1
  • Akku: 800 Wh, fest verbaut
  • Rahmen: Vollcarbon
  • Federweg: 160 / 160 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Gewicht: 21,4 kg (BIKE-Messwert in Größe L, ohne Pedale)
  • Max. Systemgewicht: 135 kg
  • Garantie: Lebenslang

​Stärken

  • ​leicht bei viel Power und Reichweite
  • ausgewogener Allround-Charakter
  • Schnellladegerät

Schwächen

  • ​Akku fest verbaut
  • Motor klappert im testbike
  • schwache Reifen
  • nur drei Größen verfügbar

BIKE Fazit

Trotz krasser Geometrie und üppigem Federweg ist das Megamo Reason CRB eher fahrstarker Allrounder als extremes E-Enduro. Dafür ist das Bike vielseitig – das gefällt. Das geringe Gewicht und die schlanke Silhouette sind Vorboten einer neuen Generation E-MTBs – der DJI Avinox lässt grüßen. Die enorme Power des Motors hievt das Bike selbst fiese Anstiege mühelos empor. - Florentin Vesenbeckh, BIKE-Redakteur

Crussis e-Full 12.11 Pro​​

Der tschechische Hersteller Crussis hat sich in den vergangenen Jahren in Tschechien vor allem durch ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis zunehmend etabliert. Mit einer umfangreichen Palette an Avinox-Bikes richtet Crussis den Blick nun auch auf den deutschsprachigen Markt.

Im Unterrohr des E-Full 12.11 Pro sitzt je nach Konfiguration ein 600- oder 800-Wh-Akku. Wir haben das Bike in der Version mit dem großen Akku getestet. Die schlanke Batterie ist fest im Rahmen integriert.

Das ermöglicht eine besonders leichte Rahmenkonstruktion, setzt jedoch einen Stellplatz für das Rad mit nahegelegener Steckdose voraus. Typisch für Crussis: eine makellose High-End-Ausstattung zu einem fair kalkulierten Preis.

High-End-Ausstattung zum fairen Preis und ein agiles Handling - das ist das Crussis e-Full 12.11 Pro.Foto: Max FuchsHigh-End-Ausstattung zum fairen Preis und ein agiles Handling - das ist das Crussis e-Full 12.11 Pro.

Die Fakten

  • Motor: DJI Avinox, 120 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 800 Wh (fest verbaut)
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Federweg: 160/150 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Preis: 8990 Euro
  • Gewicht: 21,9 kg (Testbike in Größe L, BIKE-Messung)
  • Rahmengrößen: S - XL
  • Max. Systemgewicht: 120 kg
  • Garantie: 2 Jahre

​Stärken

  • agiles Trail-Handling
  • hochwertig ausgestattet
  • DJI-System mit Schnellladegerät

Schwächen

  • Akku fest verbaut
  • geringe Gewichtszulassung und Garantie

​BIKE-Fazit

​Unser erstes Testbike von Crussis überzeugt. Der quirlige Allrounder punktet mit guter Funktion, attraktivem Gewicht und Preis und setzt beim Trail-Spaß bergab einen besonderen Akzent. Achtung: Das niedrige Systemgewicht kann ein Ausschluss-Kriterium sein. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik

Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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